Der Erste Weltkrieg in Sønderjylland

Foto: Historisk Arkiv Haderslev

Im Bewusstsein der Dänen spielt der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 keine große Rolle, da Dänemark an sich  nicht in Kriegshandlungen verstrickt war.

Ganz anders sah es in Sønderjylland aus, das damals Teil des Kaiserreiches war. Keine Familie ist dort vom Krieg verschont geblieben. Schätzungsweise 35.000 Nordschleswiger mussten in der kaiserlichen Armee Kriegsdienste versehen: 6.000 von ihnen sahen ihre Heimat nie wieder. In Sønderjylland hat man diesen Verlust nie verwunden, auch nicht nach der Volksabstimmung 1920, als Sønderjylland wieder Teil des dänischen Königreiches wurde.

Der Erste Weltkrieg ist wegen seiner blutigen Schlachten in Frankreich und Belgien berüchtigt – Schlachten mit endlosen Schützengräben, Dreideckern und einem  schrecklichen Gaskrieg. Auf jedem nordschleswigschen Friedhof gibt es Gedenktafeln für die im Krieg Gefallenen der Gemeinden. Bei Løgumkloster und bei Arrild liegen besondere Grabstätten für die zahlreichen Kriegsgefangenen, die in den Arbeitslagern der Gegend umkamen. Bei Tønder hatten die Deutschen einen Stützpunkt für Militärluftschiffe eingerichtet, die sogenannten Zeppeline. Diese wurden bei Aufklärungsfahrten in Verbindung mit den Luftangriffen auf England eingesetzt. Im Juli 1918 bombardierten die Engländer den Stützpunkt bei dem weltweit ersten Luftangriff mit Flugzeugen, die von neuartigen Hangarschiffen aus abhoben. 

Unweit der damaligen Grenze nach Dänemark – zwischen Skærbæk und Haderslev – errichteten die Deutschen eine Befestigungsanlage mit Bunkern, die dort noch heute zu sehen ist: die Sicherungsstellung Nord. Dort können Interessierte auf historische Entdeckungsreise gehen.