
Das Museum des Fröslev-Lagers
Fühle die Geschichte genau da, wo sie stattgefunden hat.
Deutsches Internierungslager 1944–1945
Frøslevlejren wurde 1944 während der deutschen Besatzung Dänemarks als deutsches Internierungslager errichtet. Mehrere Tausend Dänen waren hier als Gefangene der deutschen Sicherheitspolizei inhaftiert.
Obwohl das Lager gebaut wurde, um Deportationen dänischer Bürger in Konzentrationslager in Deutschland zu verhindern, wurden entgegen aller Vereinbarungen dennoch rund 1.600 Frøslev-Häftlinge in deutsche KZ-Lager deportiert.
In europäischem Zusammenhang ist das Lager einzigartig. Die Deutschen akzeptierten, dass das dänische Gefängniswesen für die Verpflegung der Gefangenen zuständig war, und Folter, Gewalt, Erniedrigungen und Tötungen kamen im Lager nahezu nicht vor.
Etwa 12.000 Gefangene passierten Frøslevlejren während der neun Monate seines Bestehens.
Dänisches Internierungs- und Straflager 1945–1949
Von Mai 1945 bis Herbst 1949 fungierte das Lager unter dem Namen Fårhuslejren (Fårhuslager) als Internierungs- und Straflager im Zuge der juristischen Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Fårhuslejren war das größte der sogenannten „besonderen Straflager für Landesverräter“. In den viereinhalb Jahren waren mehr als 5.000 Personen für kürzere oder längere Zeit hier inhaftiert.
Die Ausstellungen
Frøslevlejrens Museum, Teil des Nationalmuseums, verfügt über drei Ausstellungsgebäude:
Im Hauptwachturm T1 und in der ehemaligen Gefangenenbaracke H4 wird die Geschichte 1944–1945 dargestellt.
Einige Räume erscheinen noch wie damals, während andere Ausstellungen zur deutschen Überwachung des Lagers, zum Alltag der Gefangenen, zu den Deportationen in deutsche KZ-Lager sowie zur Evakuierung mit den Weißen Bussen zeigen.
In der Baracke H6 wird Fårhuslejren 1945–1949 mit besonderem Fokus auf die deutsche Minderheit in Sønderjylland dargestellt, die vom juristischen Nachkriegsprozess besonders stark betroffen war.
Auch für Kinder und Jugendliche
Plane 2–3 Stunden für deinen Besuch ein – gerne auch länger. Es gibt mehrere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel ein Escape Room, bei dem Gefangenen bei der Flucht geholfen werden muss. Für die Jüngsten gibt es spannende Aufgaben wie eine Wort- und Informationssuche im Lager (Informationen hierzu erhältst du an der Kasse).
Ein Picknick kann mitgebracht und an den aufgestellten Tisch-Bank-Garnituren genossen werden. Eis, Süßigkeiten und Getränke sind im Kiosk erhältlich, ebenso Souvenirs – von Büchern bis zu Plakaten und Magneten.
Wenn du mit Wanderschuhen unterwegs bist, solltest du die neu zertifizierte Tagesroute Frøslev-Poldestien nicht verpassen. Der Weg führt quer durch das Lager und ist als 6- oder 10-km-Route ausgeschildert. Er ist eine sogenannte „Hærvejsperle“, also Teil der historischen Hærvej-Route.
Kalender im Blick behalten
Frøslevlejrens Museum / Nationalmuseet bietet das ganze Jahr über (außer im Dezember und Januar) verschiedene Führungen, Vorträge und Veranstaltungen an. Tickets hierfür werden separat zur Eintrittskarte verkauft (siehe Website des Museums). Es ist auch möglich, eine Jahreskarte zu erwerben.
Kostenlose Museen
Beim Besuch des Lagers findest du auf dem Gelände mehrere kostenlose Museen, zum Beispiel das UN-Museum und das Katastrophenschutzmuseum.